Der Ort

Warfhuizen ist ein kleines Dorf im äußersten Norden der Niederlande im sogenannten Groninger Hochland. Eine himmlische Weite, kleine Feldwege und große Gehöfte sind kennzeichnend für diese Gegend. Von alters her ist dieses Gebiet ein konfessioneller Flickenteppich, größtenteils reformiert („hervormd“) mit hier und da katholischen oder altreformierten („gereformeerd“) Enklaven.

Das Dorf ist auf zwei Wurten gebaut – künstlichen Hügeln, die aufgeschüttet wurden, um den Überflutungen des Wattenmeers zu entkommen. Die Warfhuizener Wurten wurden im frühen Mittelalter angelegt, vor dem Jahr 800.

Auf der größeren Wurt liegen die Klause, der Friedhof und ein paar kleine Arbeiterhäuschen. Die kleinere heißt Burum und war ursprünglich ein eigener kleiner Weiler.

Warfhuizen hatte in früheren Zeiten zwei einfache Burgen, deren größere (Lulema) so gut wie immer in katholischer Hand war. Die Burgherren – die hartnäckig papsttreuen Familien van Ewsum und van Asbeck – hatten großen Einfluss auf Entstehung und Erhaltung der katholischen Enklaven den Hoorn und Kloosterburen nördlich von Warfhuizen.

Die Dorfkirche selbst kam dennoch in die Hände von Protestanten, die sie derart verbauten, dass von der mittelalterlichen Kirche nichts mehr wiederzuerkennen ist. Dennoch sind einige Sachen aus früheren Zeiten erhalten geblieben: die älteste Glocke im Norden der Niederlande (aus dem 13. Jh.) und zwei herrschaftliche Kirchengestühle aus dem 17. Jh.

Zur Zeit der Jahrtausendwende war die Kirche ziemlich zerfallen. 2001 wurde sie von Katholiken gekauft, vollständig restauriert und als Klause und römisch-katholische Kapelle in Gebrauch genommen. Die Ausstattung stammt größtenteils aus ehemaligen Kirchen und Klausen in Österreich, der Schweiz, Italien und Belgien. Besonders schweizerische und belgische Bistümer und Ordensleute haben mit umfangreichen Schenkungen dazu beigetragen, aus dem Heiligtum ein echtes Schmuckstück zu machen.

Wer aus der nüchternen Herbheit des Groningerlandes hier hineingerät, wähnt sich plötzlich im prächtigen (Bauern-)Barock einer in südlicheren Regionen angesiedelten Kapelle. Baron van Asbeck wäre sicher stolz darauf gewesen!